Manometer zur Ermittlung der Kenngrößen
Die Kenngrößen der Gartenbewässerung sind die technische Grundlage jeder funktionierenden Bewässerungsanlage. Ohne die korrekte Ermittlung von Wasserdruck, Wasserdurchfluss und Niederschlagsrate ist weder eine zuverlässige Planung noch ein effizienter Betrieb möglich. In der Praxis entstehen die meisten Probleme bei automatischen Gartenbewässerungen nicht durch fehlerhafte Produkte, sondern durch falsche Annahmen über diese grundlegenden Werte
Warum Kenngrößen entscheidend sind: Jede Komponente einer Bewässerungsanlage – egal ob Regner, Magnetventil oder Tropfschlauch – arbeitet nur in einem definierten Druck- und Durchflussbereich zuverlässig. Werden diese Bereiche unterschritten oder überschritten, sinkt die Effizienz drastisch. Ein zu niedriger Druck führt zu unzureichender Wurfweite, ein zu hoher Druck begünstigt Nebelbildung und Wasserverluste. Die Ermittlung der Kenngrößen ist daher immer der erste Schritt vor dem Kauf der Bewässerungskomponenten.
Wasserdruck in der Gartenbewässerung wird in Bar gemessen und beschreibt die Kraft, mit der das Wasser durch die Leitungen gepresst wird. Entscheidend ist nicht der Ruhedruck, sondern der Fließdruck bei geöffnetem Wasserhahn. Für Getrieberegner liegt der ideale Arbeitsdruck in der Regel zwischen 3 und 4,5 bar. Sprühdüsen arbeiten meist zwischen 2 und 3 bar, während Tropfbewässerungen bereits mit deutlich geringerem Druck auskommen. Der Wasserdruck sollte immer unter realen Betriebsbedingungen gemessen werden, da jede Armatur Druckverluste verursacht.
Die Niederschlagsrate ist die wohl wichtigste Kenngröße für die Laufzeitberechnung einer Bewässerungszone. Sie beschreibt, wie viel Wasser pro Stunde auf einen Quadratmeter Fläche aufgebracht wird und wird in Millimetern pro Stunde angegeben. Dabei gilt: 1 mm Niederschlag entspricht exakt einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Die Niederschlagsrate ergibt sich aus der Gesamtwassermenge pro Stunde geteilt durch die bewässerte Fläche. Sie ermöglicht es, die korrekte Bewässerungsdauer exakt zu berechnen.
Ein typischer Rasen benötigt in den Sommermonaten etwa 20 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche. Wird eine Niederschlagsrate von 25 mm pro Stunde erreicht, ergibt sich daraus eine wöchentliche Laufzeit von etwa einer Stunde. Um den Boden gleichmäßig zu durchfeuchten und Abfluss zu vermeiden, sollte diese Zeit auf zwei oder mehr Bewässerungszyklen aufgeteilt werden. So wird die Wasseraufnahme des Bodens optimal genutzt.
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen automatischen Gartenbewässerung ist das Verstehen und Erfassen der Kenngrößen deines Gartens. Diese Werte bilden die Grundlage für die Planung, Dimensionierung und effiziente Nutzung deines Bewässerungssystems. Ohne diese Informationen kannst du weder die Anzahl der benötigten Regner noch die Größe der Bewässerungskreise zuverlässig bestimmen. Außerdem helfen die Kenngrößen, Limitierungen frühzeitig zu erkennen und den Garten in sinnvoll bewässerbare Bereiche aufzuteilen.
Die beiden wichtigsten Kenngrößen bei der Planung einer automatischen Gartenbewässerung sind:
Diese beiden Faktoren bestimmen maßgeblich, wie viele Regner du pro Pipeline-Strang einsetzen kannst, wie viele Magnetventile benötigt werden und welche Regnermodelle optimal sind.
Der Wasserdruck gibt an, mit welcher Kraft das Wasser aus der Entnahmequelle (z. B. Wasserhahn oder Gartenpumpe) fließt. Er wird in Bar gemessen und ist entscheidend für die Funktion der Regner. Ist der Druck zu niedrig, erreichen die Regner nicht ihre volle Wurfweite. Ist der Druck zu hoch, können Regner beschädigt werden oder das Wasser wird ineffizient verteilt.
Wenn du kein Manometer zur Hand hast, lässt sich der Wasserdruck auch mit einem einfachen 10-Liter-Eimer und einer Stoppuhr abschätzen. So funktioniert es:
Beispielwerte für die Umrechnung:
Diese Methode liefert nur einen ungefähren Richtwert, ist aber hilfreich, um schnell eine erste Einschätzung für die Planung der Gartenbewässerung zu erhalten.
Für eine präzise Messung des Wasserdrucks empfiehlt sich ein Manometer, das du online erwerben kannst.
Benötigte Materialien:
Montage:
Mit einem fest installierten Manometer kannst du den Druck jederzeit überprüfen, was besonders bei langfristiger automatischer Bewässerung wichtig ist. In meiner eigenen Pipeline beträgt der Druck zum Beispiel ca. 3,8 bar, was für die meisten Hunter Regner optimal ist. Tipp: Für YouTube-Nutzer gibt es eine detaillierte Videoanleitung zum Einbau eines Manometers, die die einzelnen Schritte anschaulich erklärt.
Der Wasserdruck kann direkt am Manometer abgelesen werden. Bei der Planung der Anlage sollte ein fest installiertes Manometer eingebaut werden. In meiner Wasserpipeline stehen ca. 3,8bar Druck an.
Neben dem Druck ist auch der Wasserdurchfluss entscheidend. Er gibt an, wie viele Liter pro Minute (l/min) aus der Wasserquelle entnommen werden können. Der Durchfluss beeinflusst, wie viele Regner du pro Bewässerungskreis anschließen kannst und ob alle Regner gleichzeitig betrieben werden können.
Die Messung des Wasserdurchflusses ist einfach und benötigt lediglich:
So gehst du vor:
Zum Beispiel gelten folgende Werte für den Wasserdurchfluss für einen 10l Wassereimer:
15sec ==> 40l/min
30sec ==> 20l/min
40sec ==> 15l/min
Die Kenngrößen Wasserdruck und Durchfluss sind entscheidend für die Dimensionierung deiner automatischen Gartenbewässerung:
Mit diesen Informationen kannst du entscheiden:
Wasserdruck und Durchfluss stehen in direkter physikalischer Abhängigkeit. Jede Drosselung – egal ob durch Ventile, Filter, Rohrdurchmesser oder Länge – reduziert den Durchfluss und den verfügbaren Druck. Typische Druckverluste:
Kenngrößen regelmäßig überprüfen: Besonders bei neuen Pumpen, geänderten Wasseranschlüssen oder zusätzlichen Gartenbereichen ist eine Kontrolle wichtig.
Die Niederschlagsrate ist die wohl wichtigste Kenngröße für die Laufzeitberechnung einer Bewässerungszone. Sie beschreibt, wie viel Wasser pro Stunde auf einen Quadratmeter Fläche aufgebracht wird und wird in Millimetern pro Stunde angegeben. Dabei gilt: 1 mm Niederschlag entspricht exakt einem Liter Wasser pro Quadratmeter. Die Niederschlagsrate ergibt sich aus der Gesamtwassermenge pro Stunde geteilt durch die bewässerte Fläche. Sie ermöglicht es, die korrekte Bewässerungsdauer exakt zu berechnen.
Ein typischer Rasen benötigt in den Sommermonaten etwa 20 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche. Wird eine Niederschlagsrate von 25 mm pro Stunde erreicht, ergibt sich daraus eine wöchentliche Laufzeit von etwa einer Stunde. Um den Boden gleichmäßig zu durchfeuchten und Abfluss zu vermeiden, sollte diese Zeit auf zwei oder mehr Bewässerungszyklen aufgeteilt werden. So wird die Wasseraufnahme des Bodens optimal genutzt.
Die Niederschlagsrate gibt an, wie viel Wasser eine Bewässerungszone pro Stunde auf einen Quadratmeter ausbringt. Sie wird in mm/h angegeben, wobei gilt:
1 mm Niederschlag = 1 Liter Wasser pro Quadratmeter
Formel:
Beispiel:
Ein typischer Rasen benötigt:
Daraus ergibt sich direkt die Laufzeit:
Laufzeit = Wochenbedarf ÷ Niederschlagsrate Der Niederschlagsbedarf von Rasenflächen beschreibt die Wassermenge, die der Rasen benötigt, um gesund zu wachsen und Trockenstress zu vermeiden. Als Faustregel gilt: Ein Rasen braucht während der Vegetationsperiode etwa 20 bis 25 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche. Diese Menge entspricht einem Niederschlag von 20–25 mm.
An heißen Sommertagen oder bei starkem Wind kann der Wasserbedarf steigen, da die Verdunstung deutlich zunimmt. In solchen Phasen sind bis zu 30 mm pro Woche sinnvoll. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Wassermenge, sondern auch die Art der Bewässerung. Rasen sollte nicht täglich mit kleinen Wassermengen, sondern seltener und dafür durchdringend bewässert werden. So wird das Wasser bis in tiefere Bodenschichten geführt und die Graswurzeln werden angeregt, tiefer zu wachsen.
Idealerweise wird der wöchentliche Niederschlagsbedarf auf ein bis zwei Bewässerungszyklen aufgeteilt. Das reduziert Oberflächenabfluss und sorgt dafür, dass der Boden das Wasser vollständig aufnehmen kann. Die tatsächliche Laufzeit der Bewässerung ergibt sich aus der Niederschlagsrate der Regneranlage (mm/h). Je höher diese ist, desto kürzer muss bewässert werden, um den erforderlichen Wasserbedarf des Rasens zu decken.
Sobald Wasserdruck und Durchfluss bekannt sind, kannst du die Bewässerungskreise planen:
Beispiel:
Die Wasserdruck- und Durchflusswerte helfen bei der Auswahl der richtigen Hunter Regner:
Zusätzlich kannst du Düsenvarianten und Regnereinstellungen an den gemessenen Kenngrößen anpassen, um eine gleichmäßige Bewässerung sicherzustellen.
Die Kenngrößen Wasserdruck und Wasserdurchfluss sind die Grundlage jeder effizienten, zuverlässigen automatischen Gartenbewässerung. Sie ermöglichen:
Wenn du diese Werte sorgfältig ermittelst und bei der Planung berücksichtigst, stellst du sicher, dass dein Garten gleichmäßig und effizient bewässert wird, ohne dass Pflanzen zu viel oder zu wenig Wasser erhalten. So legst du die Basis für eine langfristig funktionierende, wartungsarme automatische Gartenbewässerung.
Des weiteren findest Du in meinem Blogeintrag unter Checkliste automatische Gartenbewässerung, wie man die gemessenen Werte für die Planung der Bewässerung nutzt. Schau auch auf meinen YouTube Channel vorbei um weitere Informationen zur automatischen Gartenbewässerung zu erhalten.
Du befindest Dich auf meinem Blog: Kenngrößen für Gartenbewässerung
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great info, and important for a garden irrigation
Danke für den Beitrag zu Kenngrößen für Gartenbewässerung. Ich habe lange gesucht, um hilfreiche Informationen dazu zu finden, weil sich meine Schwester dafür sehr interessiert. Die Infos hier werde ich ihr mal weitergeben.
Ja, die verschiedenen Kenngrößen für die erfolgreiche & sparsame Gartenbewässerung sind wirklich entscheidend. Dabei fehlt mir allerdings auch noch der Schlauchdurchmesser. meiner Meinung nach spielt es ein Rolle ob ich besonders auf die Länge des Schlauches einen 1/2″, 3/4″ oder 1 “ Schlauch nehme und erst dann die weiteren Kriterien, die hier gut beschrieben wurden, anwende. Insofern danke ich für den ausführlichen und hilfreichen Beitrag.
Bei großen Flächen spielt das sicherlich eine Rolle. Da muss man den Druckabfall über die länge berücksichtigen. Aber auch der Übergabepunkt am Haus muss dann berücksichtigt werden, welcher Querschnitt dort vorhanden ist. Das alles ist gut im Hunter Handbuch beschrieben.
Moin zusammen,
ich habe meine gesamte Planung auf Gardena gesetzt, sprich auch die Verbrauchswerte der Sprenkler. qals Grundlage Ich habe einen Wasserdurchfluss von 30 L (20 Sec in 10 Litereimer). Kann ich die Gardenaleitung nutzen und alle Gardena Sprengler 1:1 tauschen zB T380 in I20 04 SS tauschen? Ich denke die WLAN Steuerung von Gardena ist ja eh produktneutral. Lieben Dank für Deine Hilfe Stephan